Kiesdach auf KLH-Decke

"Typisch deutsch". Anwendung von WUFI auf landesspezifische Fragestellungen wie z.B. übliche Konstruktionen, Normung, Auslegung, etc.
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Philipp Maier
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Kiesdach auf KLH-Decke

Post by Philipp Maier »

Hallo zusammen,

der Kunde würde gern ein Kaltdach auf einer KLH-Decke mit Bekiesung umsetzen. Grundsätzlich ja schon einmal eine schlechte Idee. Auf Wunsch habe ich hier trotzdem eine Simulationsrechnung erstellt. Zwar mit einem guten Ergebnis aber ca. 90 Konvergenzfehlern und zweistelligen Bilanzunterschieden (-0,976 kg/m² und -38,165 kg/m²). Was vermutlich damit zusammenhängt das große Feuchtequellen auftreten, heißt die Konstruktion säuft ab.

Jetzt habe ich als Variante eine bekiestes Warmdach simuliert, habe aber immer noch wahnsinnig hohe Bilanzunterschiede und ähnlich viele Konvergenzfehler, weshalb ich mir die Frage stelle, ob ich in der Eingabe einen Fehler gemacht habe.

Laut Wufi Leitfaden für Kiesdächer muss in der Kiesschicht die Regenquelle mit einem Anteil von 40% berücksichtigt werden und dass in einer Dicke von Kiesschichtdicke minus ca. 0,003m. Und genau das scheint der Fehler zu sein. Wenn ich testweise die Regenquelle weglasse funktioniert die Berechnung einwandfrei, aber bei Kiesdächern muss ich diese ja ansetzen.

Vielleicht kann mir hier ja jemand weiterhelfen, oder einen Tipp geben.

Grüße Philipp
Christian Bludau
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Re: Kiesdach auf KLH-Decke

Post by Christian Bludau »

Hallo Philipp,

das Verhalten ist bei Kiesdächern nicht ungewöhnlich. Die Konvergenzprobleme treten typischerweise in der Deckschicht bzw. im Bereich der Feuchtequelle auf, da dort zeitweise sehr große Feuchtemengen eingetragen werden. Die Regenquelle in der Kiesschicht ist jedoch erforderlich, um das Feuchteverhalten eines bekiesten Daches realitätsnah abzubilden und sollte daher nicht einfach weggelassen werden.

Wie auch im Leitfaden zu Kiesdächern beschrieben, können größere Bilanzunterschiede und eine erhöhte Anzahl von Konvergenzfehlern toleriert werden, wenn diese überwiegend im Bereich der Deckschicht auftreten und die Verläufe in der eigentlichen Unterkonstruktion plausibel bleiben.

Entscheidend für die Bewertung sind daher die Feuchte- und Temperaturverläufe in den relevanten Schichten der Dachkonstruktion und nicht die numerischen Schwierigkeiten in der Kiesschicht selbst.

Wenn die Feuchteverläufe im KLH, in der Dämmung und an kritischen Grenzflächen plausibel erscheinen und keine auffälligen Sprünge oder instabilen Verläufe zeigen, würde ich die Ergebnisse daher trotz der Konvergenzmeldungen zunächst als brauchbar einstufen. Kritisch wäre es eher, wenn sich die Konvergenzprobleme bis in die tragende Konstruktion fortsetzen oder die Bilanzfehler dort zu offensichtlich unrealistischen Feuchteverläufen führen.

Hinweise zur Konstruktion:
Die Abdichtung sollte möglichst diffusionsdicht ausgeführt werden (sd-Wert > 200 m), um zusätzliche Feuchteeinträge in die Holzkonstruktion zu minimieren. Darüber hinaus wäre bei der KLH-Decken eine Dämmlage oberhalb der Holzdecke vorteilhaft, da dadurch die Temperatur im Holz erhöht und das Feuchterisiko zusätzlich reduziert wird.

Christian
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